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Erstmusterprüfungen im Automotive-Sektor

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Welche Bedeutung haben Erstmusterprüfungen im Automobilsektor? Ein Überblick.

Beim Automobilbau kommt eine Vielzahl von Bauteilen unterschiedlicher Zulieferer zum Einsatz, von denen jedes einzelne bestimmten Normen oder Qualitätsanforderungen entsprechen muss. In diesem Zusammenhang spielt die Erstmusterprüfung eine wichtige Rolle.

Was ist eine Erstmusterprüfung?

Eine Erstmusterprüfung ist die Bemusterung des ersten Exemplars eines Bauteils oder Endprodukts, das unter serienmäßigen Fertigungsbedingungen hergestellt wurde. Dabei wird dieses sogenannte Erstmuster auf verschiedene Qualitätsanforderungen hin überprüft, bevor das Produkt für die Serienfertigung freigegeben werden kann. Ein Teil dieser Anforderungen ist kundenspezifisch, wird also (im Fall der Automotive-Industrie) vom jeweiligen Automobilhersteller individuell nach Bedarf festgelegt. Ein weiterer Teil der Anforderungen einer Erstmusterprüfung ist durch Normen definiert, die hersteller- und zum Teil branchenübergreifend zur Anwendung kommen. Diese Normen beziehen sich dabei nicht nur auf die physischen Eigenschaften des Musters selbst, sondern auch auf die Umstände, unter denen es hergestellt wird, konkret auf die Qualitätsmanagementsysteme der Zulieferer.

Was sind die wichtigsten Normen für Automotive-Erstmusterprüfungen?

Zwei der wichtigsten Referenzwerke für Erstmusterprüfungen im Automotive-Sektor sind der Production Part Approval Process (PPAP) der nordamerikanischen Automotive Industry Action Group (AIAG) sowie der VDA Band 2 („Sicherung der Qualität von Lieferungen“) des deutschen Verbands der Automobilindustrie. Das PPAP-Regelwerk listet diverse Unterlagen und Teile auf, die der Zulieferer für eine erfolgreiche Freigabe des Erstmusters bereitstellen muss. Dazu gehören etwa Messergebnisse, spezifische Prüfmittel, Prozessdiagramme oder Designaufzeichnungen. VDA Band 2 wiederum definiert mit der sogenannten Produktionsprozess- und Produktfreigabe (PPF) ein ähnliches Bemusterungsverfahren. Zur internationalen Harmonisierung der Qualitätsmanagementsysteme von Automobilzulieferern wird darüber hinaus die Norm IATF 16949 von der International Automotive Task Force herausgegeben (bis Oktober 2016: ISO/TS 16949). Diese Norm baut auf der ISO 9001 auf und legt Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme der Zulieferer fest, die auch im Rahmen der Erstmusterprüfung relevant sind.

Neben allgemeinen Qualitätsmanagementvorgaben wird bei Automotive-Erstmusterprüfungen auch auf konkrete Normen, etwa DIN- ASTM- oder Werksnormen, geprüft. Wichtige Beispiele sind hier etwa Sonnensimulationsprüfungen, z.B. nach DIN 75220 oder Salzsprühnebeltests, etwa gemäß BMW AA-0324. Auch Entflammbarkeitsprüfungen, z.B. nach DBL 5307, sind bei zahlreichen Fahrzeugteilen Teil der Erstbemusterung.

Ebenfalls für Automotive-Bemusterungen zur Anwendung kommen kann die Automotive Industry Guideline on REACH (AIG). Die von einer Taskforce aus verschiedenen Automobilindustrieverbänden entwickelte und laufend aktualisierte AIG gibt Automobilherstellern und -zulieferern Empfehlungen zur Umsetzung der EU-Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation (and Restriction) of Chemicals).

Wie läuft eine Automotive-Erstmusterprüfung ab?

Der genaue Ablauf einer Automotive-Erstmusterprüfung kann je nach Unternehmen variieren. Grundsätzlich kommuniziert der Automobilhersteller die Bemusterungs-Anforderungen und die Formalitäten zum Ablauf an den Zulieferer, der die Erstmusterprüfung durchführt. Manche Hersteller stellen hierfür beispielsweise Leitfäden, Deckblätter, Mustervorlagen und andere Dokumente bereit. Anschließend ist es Aufgabe des Zulieferers, die geforderten Unterlagen zusammenzustellen, das Erstmuster anzufertigen und die benötigten Prüfungen den Vorgaben entsprechend durchzuführen. Das Ergebnis dieser Aktivitäten ist der sogenannte Erstmusterprüfbericht (EMPB), der zusammen mit dem Erstmuster dem Automobilhersteller vorgelegt wird, um nachzuweisen, dass das Muster die Qualitätsanforderungen erfüllt. Ist dies der Fall, erteilt der Hersteller die Freigabe zur Serienproduktion für das Bauteil und gibt die Bestellung an den Zulieferer auf.

Wie können Automotive-Zulieferer Erstmusterprüfungen digital managen?

Zur Durchführung von Erstmusterprüfungen existiert eine Vielzahl von Softwarelösungen, die Automobilzulieferer an verschiedenen Stellen des Bemusterungsprozesses unterstützen können. Bei einigen davon handelt es sich um umfassende Qualitätsmanagement-Softwarelösungen, in die auch Funktionen zum Thema Bemusterung eingebettet sind. Andere Programme wiederum konzentrieren sich vollständig auf die Erstellung von Erstmusterprüfberichten. Wieder andere sind cloudbasierte Plattformen, die den gesamten Austausch zwischen Zulieferer und Automobilhersteller während der Bemusterung digitalisieren. Wenn Sie Zulieferer sind und für eine bestimmte Prüfung im Rahmen der Erstmusterprüfung ein geeignetes Prüflabor suchen, können Sie beispielsweise auch über die Online-Plattform testxchange eine kostenlose Anfrage stellen, um Vergleichsangebote geeigneter industrieller Prüflabore einzuholen.