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Warum Labortests? Basiswissen für Importeure und Einzelhändler

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Wie können Sie ihren Kunden oder Behörden zeigen, dass Ihre Produkte sicher sind und die geltenden Vorschriften einhalten? Ein Überblick zum Thema Laborprüfungen und Zertifizierungen.

Zertifizierungen und Prüfberichte belegen, dass Produkte bestimmte Anforderungen erfüllen, die zum Beispiel durch Normen definiert sein können. Viele dieser Anforderungen sind gesetzlich vorgeschrieben, etwa in nationalen Gesetzen wie dem deutschen Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) oder in Richtlinien und Verordnungen auf EU-Ebene. Zu letzteren gehören beispielsweise die REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 über in Produkten verwendete Chemikalien, die RoHS-Richtlinien zur Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektrogeräten, die EU-Spielzeug-Richtlinie 2009/48/EG oder die Richtlinie 2014/30/EU zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV-Richtlinie). Andere Prüfungen und Zertifizierungen bestätigen auf freiwilliger Basis die Sicherheit und Funktionalität von Waren und stärken nicht zuletzt das Vertrauen von Verbrauchern, Einkäufern und Händlern. Warum ist das Bestehen von Laborprüfungen nötig, um Produkte in der EU in Verkehr zu bringen? Hier ein Überblick.

Warum müssen Produkte Laborprüfungen durchlaufen?

Ohne Einhaltung geltender Vorschriften ist ein Verkauf von Produkten in regulierten Märkten wie dem EU-Binnenmarkt oder den USA nicht möglich: Um Waren legal zu vertreiben, müssen die gesetzlichen Anforderungen des Zielmarkts hinsichtlich verschiedener Faktoren wie Sicherheit, Schadstoffausstoß oder Umweltschutz erfüllt sein. Vor einer Markteinführung stehen deshalb in der Regel umfassende Labortests. Abhängig von der Warengruppe und den jeweiligen Anforderungen haben diese unterschiedliche Ziele:

  • den Nachweis einer gleichbleibenden Qualität, Leistungsfähigkeit oder Zuverlässigkeit eines Produkts,
  • die Sicherstellung, dass das Produktdesign aktuelle, gesetzlich vorgeschriebene Normen erfüllt oder
  • das Belegen, dass die Produktion behördlichen Standards genügt.

Labortests sind auch nach einer Markteinführung möglich. Sie werden zum Beispiel durchgeführt, um nach einer bestimmen Zeit der Marktpräsenz zu bezeugen, dass das Produkt die notwendigen Eigenschaften weiterhin erfüllt. Ändern sich Bauteile oder andere Komponenten bzw. Normen für diese, können ebenfalls Folgetests notwendig werden. Zu den gesetzlichen Anforderungen, die bestimmte Warengruppen zu erfüllen haben – und für deren Einhaltung normalerweise Labortests benötigt werden – zählen zum Beispiel, wie eingangs bereits erwähnt, die REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 über in Produkten verwendete Chemikalien und die RoHS-Richtlinien zur Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektrogeräten. Mit einer RoHS-Zertifizierung können beispielsweise Retailer nachweisen, dass Schadstoffhöchstgrenzen in den von ihnen angebotenen Produkten nicht überschritten werden. Eine wichtige Art von Zertifizierung außerhalb der EU bilden ferner die FCC-Zertifizierungen in den USA. Diese dienen der Zulassung elektronischer Geräte mit Funktechnologie. Wichtig in diesem Zusammenhang sind beispielsweise EMV-Prüfungen als Nachweis der elektromagnetischen Verträglichkeit von Produkten.

In der EU ist die Produktkonformität vor einer Markteinführung im Zielland häufig durch einen Prüfbericht oder eine Zertifizierung nachzuweisen. Für Importeure, Retailer und Hersteller ist es jedoch mitunter komplex, den Überblick über alle erforderlichen Normen, Vorschriften und gesetzlichen Regelungen zu behalten – auch weil sich Normen und Zertifizierungsgrundlagen aufgrund neuer Gesetzeslagen immer wieder ändern.

Was ist der Unterschied zwischen einem Zertifikat und einem Prüfbericht?

Sowohl ein Prüfbericht als auch ein Zertifikat dient allgemein als Nachweis, dass ein Produkt bestimmte Anforderungen erfüllt. Es gibt jedoch grundlegende Unterschiede im Prozess zur Erlangung der beiden Arten von Dokumenten.

Das Zertifikat

Ein Zertifikat bestätigt anhand eines festgelegten Zertifizierungsprozesses die Einhaltung definierter Anforderungen wie Normen und gesetzlicher Vorgaben. Die Zertifizierung wird von einer unabhängigen Stelle vorgenommen und folgt bestimmten Zertifizierungsprogrammen. Diese schreiben die Geltungsbereiche, Prüfkriterien und Nachweise sowie relevante Prüfverfahren fest. Die Inhalte der Zertifizierungsprogramme ergeben sich aus verschiedenen Quellen, unter anderem aus EU-Richtlinien, Gesetzen und Verordnungen. Ein Beispiel sind EU-Baumusterzertifikate, die im Rahmen bestimmter Konformitätsbewertungsverfahren von sogenannten Notifizierten Stellen oder Benannten Stellen der EU ausgestellt werden. Bevor ein solches Zertifikat ausgestellt werden kann, prüft die jeweilige Stelle beispielsweise vorliegende Prüfberichte und die technische Dokumentation eines Produkts.

In einem Zertifikat werden darüber hinaus allgemein immer die Voraussetzungen für seine Gültigkeit festgelegt, die sich aus den einzelnen Zertifizierungsprogrammen ergeben. Auch der Zertifizierungsprozess selbst folgt bestimmten Standards. Die Grundsätze für die Zertifizierung von Produkten sind in der Norm DIN EN ISO/IEC 17065 festgeschrieben. Allgemeine Anforderungen und Anwendungsregeln für die Konformitätserklärung von Anbietern beschreibt die DIN EN ISO/IEC 17050-1.

Der Prüfbericht

Ein Prüfbericht bestätigt, dass definierte Prüfkriterien von einem Produkt zum Zeitpunkt der Testung erfüllt wurden. Diese sind aber nicht zwingend von höherer Stelle festgelegt. Der Auftraggeber, beispielsweise ein Retailer, der eine Stichprobenprüfung durchführen will, entscheidet allein über die zu bewertenden Faktoren und kann auch die entsprechenden Sollwerte individuell vorgeben. Zur Festlegung dieser Anforderungen können Normen oder Teile daraus herangezogen werden, müssen es aber nicht.

Wie beim Zertifikat sind für die Erstellung eines Prüfberichts gewisse Normen anwendbar. Zu diesen zählt die Qualitätsmanagement-Norm EN ISO/IEC 17025 (Anforderungen für die Arbeitsweise von Laboratorien). Unabhängig davon, ob der Prüfbericht einer bestimmten Norm folgt oder nicht, enthält er in der Regel Angaben zu folgenden Punkten:

  • Prüfobjekt: Welches Produkt, Material oder sonstiges Objekt wurde getestet?
  • Prüfmethode: Nach welchen Prüfmethoden oder Normen wurde getestet?
  • Prüfstand: Mit welchen Geräten wurde getestet?
  • Prüfergebnisse: Welche Werte wurden gemessen? Halten diese vorgegebene Grenzwerte ein? Wurden Teilprüfungen folglich bestanden oder nicht bestanden? Wie ist das Prüfergebnis in seiner Gesamtheit zu bewerten?)

Kriterien für die Laborauswahl

Um sicherzustellen, dass ein Prüflabor die benötigten Prüfanforderungen erfüllen kann, lassen sich unter anderem folgende Kriterien heranziehen:

  • Das Labor sollte idealerweise nach ISO 17025 akkreditiert sein, und in seiner Akkreditierungsurkunde sollten die Prüfmethoden aufgeführt sein, nach denen das Prüfobjekt getestet werden soll.
  • Der Anbieter ist mit den spezifischen Anforderungen des Produkts sowie den Testabläufen vertraut, hat im Idealfall entsprechende Prüfungen bereits in großer Anzahl durchgeführt.

Prüfzeichen, Prüfberichte, Zertifikate

In vielen Fällen sind Produkte bei Anlieferung vonseiten des Herstellers (oder Importeurs) bereits mit Prüfzeichen wie dem GS-Zeichen versehen. Bestehen Zweifel an deren Gültigkeit, können Importeure und Einzelhändler die der jeweiligen Kennzeichnung zugrundeliegenden Dokumente durch unabhängige Einrichtungen prüfen lassen. Egal, welche Herausforderung in Sachen Prüfungen und Zertifizierungen vor Ihnen liegt: Erhalten Sie schnell und unverbindlich Unterstützung mittels einer Anfrage auf testxchange. Dort erhalten Sie zeitnah Hilfe durch unabhängige Labore für Ihre Produktprüfungen und Zertifizierungen.